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Presbyterium

Das Presbyterium ist das Leitungsgremium der Gemeinde.

 

Presbyterium – woher kommt dieser Begriff?

 

Aus dem Alt-Griechischen: „presbyteros (πρεσβύτερος)“ = der Ältere.

Man könnte somit „Presbyterium“ mit „Rat der Alten“ übersetzten. Nun sind aber seit langem die Mitglieder dieses Rates nicht mehr nur die Alten. Presbyter/innen werden immer jünger. Bereits mit 18 Jahren kann man heute zum Presbyter gewählt werden.

 

Die Reformatoren sahen sich bei ihrer Forderung nach einer größeren Beteiligung der Gemeinden- auch an der Verkündigung! – mit dem Neuen Testament (siehe Apostelgeschichte – z. B. 6. Kap. oder Paulusbriefe) verbunden. Gerade in der Urchristenheit kam es ja darauf an, den reinen Glauben für künftige Generationen zu bewahren. Dies besonders aufgrund sich rapide verbreitender Irrlehren aus dem hellenistischen Bereich. So verstand sich auch die presbyteriale Bewegung nach der Reformation zunächst als Hüterin der biblischen und reformatorischen Traditionen. Moderne Presbyterien richten jedoch angesichts der radikalen Veränderungen in unserer Gesellschaft ihren Blick mehr und mehr auf die Zukunft.

 

 

Seit wann gibt es Presbyterien?

 

Nach der Reformation (grob gesagt: am Ende des 17. Jahrhunderts) wurden in den evangelischen Kirchengemeinden Presbyterien gegründet. Nach dem Willen der „Väter der Reformation“ Martin Luther, Johannes Calvin sollte die Verantwortung für die Gemeinde in die Hände der Gemeindeglieder (Laien) gelegt werden. Sie sollten – zusammen mit dem Pfarrer- über das Wohl ihrer Gemeinde bestimmen.

 

Anders als in der gemeindlichen Verfassung der römisch-katholischen Kirche, in der die hierarchische Struktur des konstituierten Presbyteriums beibehalten wurde und Pfarrgemeinderäte lediglich „helfende“ Befugnisse haben, steht in der evangelisch-protestantischen Gemeindeordnung die gleichberechtigte Stellung von Presbyterium und dem Pfarrer als Inhaber einer Pfarrstelle im Vordergrund: Der Pfarrer wird durch das Presbyterium gewählt; das Presbyterium hat aber auch das Recht, den Pfarrer abberufen zu lassen, dies aber nur in ganz besonderen Konfliktsituationen. Diese Praxis kann zu schweren Verwerfungen in den betroffenen Gemeinden führen, hat sich jedoch in der Geschichte der ev. Kirche recht gut bewährt.

 

 

Wie wird man Presbyterin oder Presbyter?

 

Natürlich können nicht alle Gemeindeglieder an einem Ort gleichzeitig bestimmen. Das gäbe ein heilloses Durcheinander! Also wählt die Gemeinde alle 4 Jahre ein neues Presbyterium. Bei einer solchen Presbyteriumswahl können alle Presbyter/innen ausgetauscht – oder wieder gewählt- werden.

 

Wichtig ist, dass die Kandidierenden der Wahl aus der Gemeinde heraus vorgeschlagen werden müssen. Das heißt sie können sich nicht selbst zur Wahl stellen (wie z. B. bei politischen Wahlen).

 

 

Wie arbeitet das Presbyterium?

 

Durchschnittlich einmal pro Monat findet eine Presbyteriumssitzung statt. Daneben kann es aber auch Sondersitzungen geben. In den Sitzungen werden alle Dinge besprochen, die mit der Gemeinde zu tun haben: Gemeinsam mit Pfarrern, Pfarrerinnen, gewählten kirchlichen Mitarbeitern/innen tragen Die Presbyterinnen und Presbyter Verantwortung  für:

  • Gottesdienst
  • kirchlichen Unterricht
  • Seelsorge
  • Diakonie
  • Ordnung und Verwaltung (Finanzen!) der Gemeinde

 

 

Diese einzelnen Aufgaben werden wiederum in „Ausschüssen“ besprochen und vorbereitet, zu denen immer auch sachkundige Presbyter/innen gehören. So gibt es oft auch außerhalb der Sitzungen für Presbyter/innen genug zu tun.

Wie setzt sich ein Presbyterium zusammen?

 

Aus gewählten Presbyter/innen, gewählten kirchlichen Mitarbeiter/innen (z. B. Gemeindehelfer(in), bzw. Gemeindereferent/in), Sekretärin, Kirchenmusiker/in) und dem Pfarrer / der Pfarrerin.

 

Die Sitzung wird vom Vorsitzenden bzw. der Vorsitzenden des Presbyteriums vorbereitet und geleitet. Vorsitzende/r kann ein Presbyter oder eine Presbyterin oder aber der Pfarrer / die Pfarrerin

 

Das Presbyterium der Gemeinde Hülsenbusch setzt sich aus acht Presbytern/innen, zwei Mitarbeiterpresbyterinnen und einem Pfarrer zusammen. Die Anzahl der Presbyter/innen wird durch die Größe der Gemeinde (Anzahl der Gemeindeglieder) bestimmt.

 

 

Gibt es besondere Aufgaben im Presbyterium?

 

Natürlich. Naben dem erwähnten Vorsitzenden gibt es vor allem den Kirchmeister / die Kirchmeisterin. Deren oder dessen Aufgabe besteht darin die Gelder, die der Gemeinde durch die Kirchensteuer zugewiesen werden sinnvoll und d. h. nutzbringend zu verwalten und zu verteilen, eine gerade in der heutigen Zeit verantwortungsvolle Aufgabe. Daneben gibt es Beauftrage für Kirchengebäude, Liegenschaften der Gemeinde, Diakonie, Gottesdienst, Jugendarbeit usw.